Beim Headis spielt man den Ball mit dem Kopf über die Tischtennisplatte. Foto: Headis

So erfindet man eine Trendsportart

Aus einem Zufall heraus ist die Sportart Headis entstanden. Erfinder René Wegner verrät, wie Vereine Headis in ihr Angebot aufnehmen können.

In Südafrika kennt man es, in der Dominikanischen Republik auch. In Brasilien köpfen sich Kinder den Ball über eine Platte zu, ebenso wie in Tschechien, in der Schweiz, in den Niederlanden oder der Slowakei. Und natürlich in Deutschland. Headis heißt die Sportart, die sich 2006 auf den Weg gemacht hat, die Welt zu erobern. Begonnen hat alles in der „Wesch“, wie die Kaiserslauterer ihr Freibad im Eselsbachtal nennen. Dort wollte René Wegner mit seinen Freunden Fußball spielen. Weil aber der Bolzplatz belegt war, köpften sie den Ball einfach über eine freie Tischtennisplatte. Und siehe da – das machte Spaß. Der Sportstudent merkte schnell, dass diese Mischung aus Kopfballspiel und Tischtennis Potenzial hat. Mit einigen Kommilitonen entwickelte er das Spiel weiter – eine Trendsportart war geboren. "Das Potenzial dieser Sportart haben wir direkt gesehen. Aber dass sie einmal so bekannt werden würde, haben wir natürlich noch nicht gedacht", sagt René Wegner heute über die Anfänge der Sportart, die im Jahr 2010 auf der ISPO mit dem Brandnew-Award ausgezeichnet wurde.

Über Hochschulsportangebote an Unis und soziale Medien verbreitete sich der Sport schnell in ganz Deutschland. Der TV-Entertainer Stefan Raab präsentierte Headis in seinen Shows dem ganz großen Publikum und nicht nur die Fußballprofis von Arsenal London kennen den Trendsport aus Deutschland – auch dank eines komplexen Event- und Marketingkonzepts.  Es gibt Weltcup-Wettbewerbe und Weltmeisterschaften. Rund 100 000 Menschen spielen mittlerweile regelmäßig mit ihrem Köpfchen. Und ein Ende ist nicht in Sicht. "Die Erfolgsgeschichte wird weitergehen. Ich glaube, dass sich Headis international noch weiter verbreiten wird. Ich denke, irgendwann wird es Profiligen geben mit Spielern, die von Headis leben können", sagt René Wegner.

Wer Headis in seinem Verein anbieten möchte, braucht nicht viel mehr als Tischtennisplatten und Bälle - und Sportler, die Lust haben, etwas Neues auszuprobieren. Der Headis-Verband steht Vereinen dabei mit Rat und Tat zur Seite und unterstützt sie, etwa indem er neue Angebote auf seinen Kanälen verbreitet. 

Wie das genau funktioniert und wie er es geschafft hat, Headis weltweit poulär zu machen, erzählt René Wegner, dessen Doktorarbeit „Die Entwicklung von Trendsportarten“ thematisiert, in unserem Internview, das Du hier lesen kannst.

 

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