Digitalisierung im Sportverein

Isabelle Andreä beschäftigt sich in ihrer Bachelorarbeit mit den Herausforderungen für Sportvereine. Eine Grundlage für ihre Arbeit ist das Workbook Sportverein 2030.  

Seit mehr als 200 Jahren sind Sportvereine in Deutschland eine stabile Größe in einer sich wandelnden Gesellschaft. Trotzdem stagnieren die Mitgliederzahlen, während kommerzielle Anbieter stetig wachsen. Ist das Modell des deutschen Sportvereins im Zeitalter der Digitalisierung nach wie vor zukunftsfähig? Kann der deutsche Sportverein die sich wandelnden Ansprüche der modernen Gesellschaft an sportliche Betätigung noch erfüllen? Wie muss sich ein Sportverein verändern, um den Ansprüchen einer Gesellschaft mit individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden? Mit diesen und weiteren Fragen hat sich die Sportpublizistik-Studentin Isabelle Andreä in ihrer Bachlorarbeit mit dem Titel „Digitalisierung im Sportverein - Sportvereine zwischen Tradition und Moderne – Eine empirische Untersuchung zur Rolle der Digitalisierung für die Zukunftsfähigkeit von Sportvereinen in Deutschland“ beschäftigt. Der Schwerpunkt wurde auf den Aspekt „Zukunftsfähigkeit durch Digitalisierung“ gelegt. Entstanden ist dabei ein sehr praxisnaher Leitfaden und ein Überblickswerk, das Vereinen beim Start in die Zukunft helfen kann.

"Ein digitalisierter Sportverein kann wesentlich zur Zukunftsfähigkeit eines Sportvereins beitragen."
Isabelle Andreä

Die Grundlage für die Arbeit von Isabelle Andreä sind die durch das Frankfurter Zukunftsinstitut definierten Megatrends, die auch den (Vereins-)Sport in großem Maße beeinflussen.  Sie schreibt: „Ein essentielles Element zur Erfüllung dieser Grundbedürfnisse des Sports bildet die Digitalisierung. Ein digitalisierter Sportverein kann wesentlich zur Zukunftsfähigkeit eines Sportvereins beitragen.“ Wie genau das funktionieren kann, das wollte sie mit ihrer Arbeit herausfinden.

Diese basiert unter anderem auf dem Workbook Sportverein 2030 (Link) sowie auf der Studie Sportivity des Zukunftsinstituts, dem Praxishandbuch zur Digitalisierung des Vereinssports sowie der Umfrage von Prof. Dr. Katja Stamer („Aktueller Stand der Digitalisierung in den Sportvereinen“) und stellt Trendforschung und deren Umsetzbarkeit in der Vereinspraxis auf den Prüfstand.  

Isabelle Andreä hat für ihre Arbeit zwei Leitfadeninterviews mit ausgewählten Experten geführt. Aus Forschungssicht berichtet die Trendforscherin Anja Kirig vom Zukunftsinstitut, aus der Praxissicht der langjährige Vereinsmanager Harald Link von der SV Böblingen.

Daraus konnte Isabelle Andreä unterschiedliche Möglichkeiten der Digitalisierung im Sportverein ableiten. Sie schreibt: „Für die Bereiche Kommunikation, Vereinsorganisation, Infrastruktur, Mitglieder und Event- und Wettkampforganisation werden digitale Tools und Maßnahmen erläutert, die dem Sportverein dabei helfen können, die Bedürfnisse der modernen Gesellschaft zu erfüllen und zukunftsfähig zu bleiben.“ 

Einen Ausschnitt dieser Möglichkeiten findest du hier.

Aus den Recherchen ergaben sich desweiteren konkrete Handlungsempfehlungen und Beispiele für Sportvereine bezüglich der Umsetzung der Digitalisierung. Einen Einblick in diese Empfehlungen findest du hier.

"Die Studie Sportivity und das Praxishandbuch Sportverein 2030 unterstreichen die Dringlichkeit zur Aktualisierung und Modernisierung des Vereins durch Digitalisierung"
Isabelle Andreä

Am Ende kommt Isabelle Andreä zu dem Schluss, dass „das klassische Konzept vieler Sportvereine in Bezug auf die Grundbedürfnisse des Sports von Morgen nicht mehr zukunftsfähig ist.“ Sie schreibt aber auch: „Sowohl aus Sicht der Trendforschung als auch von Seiten der Vereinspraxis wird den Sportvereinen in Deutschland dennoch eine hohe sportliche und gesellschaftliche Bedeutung für die Zukunft zugeschrieben und sie können in Zeiten der Vernetztheit gesellschaftlicher Treffpunkt sein. Zusätzlich sind die Sportvereine durch das System des organisierten Sports in Deutschland die wichtigsten Träger des (Breiten-)Sports und bilden das Grundgerüst und die Ausbildungsstätte des deutschen Spitzensports. (...) Die Studie Sportivity und das Praxishandbuch Sportverein 2030 unterstreichen die Dringlichkeit zur Aktualisierung und Modernisierung des Vereins durch Digitalisierung, um die Zukunftsfähigkeit der Sportvereine als Hauptträger des Sports in Deutschland zu sichern.“ Dafür müssten es die Vereine schaffen, ihre lange Tradition mit dem aktuellen Zeitgeist zu verknüpfen und sich den Ansprüchen der modernen, digitalisierten Gesellschaft anpassen. Isabelle Andreä ist sich sicher: „Die Erfolgsgeschichte des deutschen Sportvereins ist noch nicht zu Ende.“

Dafür will sie mit ihrer Arbeit einen Teil beitragen. „Aus meiner Arbeit ist ein sehr praxisnaher Leitfaden und ein Überblickswerk entstanden, das vielen Sportvereinen in Deutschland auf dem Weg zum zukunftsfähigen Verein als Hilfsmittel dienen könnte“, sagt sie.

Die komplette Arbeit ist mittlerweile als eBook erhältlich und kann hier für 5,99 Euro erworben werden.

 

Die Autorin der Bachelorarbeit: Isabelle Andreä

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