TV Spaichingen: Für die Zukunft gerüstet mit dem Workbook.

Dominik Schuhmacher, 1. Vorsitzender des TV Spaichingen über Workbook-Arbeit und anstehende Projekte.

Der Turnverein Spaichingen 1863 ist einer von insgesamt vier Pilotvereinen, der die Zukunft des Vereins aktiv angeht. In Begleitung der STB-Zukunfts-Experten erarbeitet der Verein mit dem Workbook „Sportverein 2030“ einen konkreten und auf die Bedürfnisse des Vereins angepassten Handlungsleitfaden, der sie Schritt für Schritt in eine erfolgreiche Zukunft geleiten soll. Wir haben mit dem ersten Vorsitzenden des Turnverein Spaichingen, Dominik Schuhmacher, über die aktive Workbook-Arbeit in seinem Verein gesprochen.

Wie war für euch der Start mit dem Workbook?

Bei einem Vorständetreffen des STB war das spannende Thema „Zukunft deines Vereins“ als führendes Thema des Abends ausgeschrieben. Auf dem Treffen wurde vom STB dieses Thema erläutert. Des Weiteren wurde auf das Workbook „Sportverein 2030“ hingewiesen und auch in einer kleinen Gruppenarbeit kurze Fragestellungen, bezogen auf den eigenen Verein, gestellt. In der darauffolgenden Vorstandssitzung wurde dem gesamten Vorstand des TV Spaichingen über dieses zukunftsorientierte Thema berichtet. Danach haben wir uns entschieden, dass wir uns, begleitet vom STB, als Pilotverein auf den Weg der weiteren Zukunftsgestaltung unseres Vereins machen werden.

 

Wie läuft die Workbook-Arbeit?

Die Arbeit im Workbook begann bei uns in unserem Auftakttreffen. Das Buch wurde von unseren Moderatorinnen vom STB vorgestellt und erste einleitende Grundfragen zu unserem Verein gestellt. Die Antworten wurden gemeinsam erarbeitet und auch ausgewertet. In unserem Jahresplan war circa drei Monate danach die zugehörige Klausur vorgesehen. Auf dieser dreitägigen Klausur in der Landessportschule Albstadt gingen wir intensiv ins Workbook und erarbeiteten uns entlang der beschriebenen Vorgehensweise, die für uns wichtigen Zukunftsthemen.

 

Wie wurde das „Zukunfts-Projekt“ in den Verein getragen beziehungsweise wie lief die Mitstreitersuche?

In einer Rundmail, die im ganzen Verein gestreut wurde, haben wir die Mitglieder über das Zukunftsprojekt informiert und gleichzeitig wurde die Einladung zur Mitarbeit bei der Zukunftsgestaltung des Vereins ausgesprochen. Das wurde von den Mitgliedern sehr positiv aufgenommen. Durch die zugehörige Öffentlichkeitsarbeit wurden auch andere Vereine aufmerksam. Einige davon sind auf uns zugekommen und haben sich nach der Vorgehensweise erkundigt. Ziel für uns war es, alle Mitgliedsgruppen, Jung und Alt, Frau und Mann, Wahlamtsinhaber und normale Mitglieder, anzusprechen und zur Mitarbeit zu motivieren.

 

Habt ihr dann nun eine Workbook-Projektgruppe?

In unserem Auftaktevent waren bereits mehr als 20 Personen dabei. Weitere sind in der Zwischenzeit zum Projektteam dazu gestoßen. Schön dabei ist, dass wir tatsächlich ein bunt gemischtes Team sind. Wir sind aktuell an vier großen Themen, die unseren Verein bewegen, in Projektteams tätig und teilweise auch schon beim Planen der Umsetzung.

 

Wie viele Personen eignen sich für die Erarbeitung des Workbooks?

Zunächst möchte ich ergänzen, dass ich es äußerst hilfreich fand, dass das Workbook strukturiert mit einem Moderator durchgearbeitet wurde. Bei der Erarbeitung des Workbook können dann durchaus zehn bis 20 Personen mitwirken. Je mehr Teilnehmer, desto breiter und repräsentativer werden die Ist-Situation, die Stärken und Schwächen im Verein, die Lösungen und die Zukunft des Vereins erörtert und diskutiert.

 

Welche „Projekte“ konnten mithilfe des Workbooks angepackt und vielleicht auch schon umgesetzt werden?

Die Vorgehensweise ist sehr hilfreich im Workbook beschrieben. Wenn man sich an diese Herangehensweise hält und intensiv darüber diskutiert, so wird man „zwangsläufig“ auf die eigenen Vereins-Zukunftsthemen kommen. Wir haben uns für die Themen „Digitalisierung, orts- und zeitunabhängige Sportangebote, Innovationsmanagement und Mitarbeitermodelle sowie das Thema Inklusion“ entschieden. Innerhalb dieser Projektteams sind verschiedene kleinere Umsetzungen bereits erfolgt.

Beim Teilobjekt „Inklusion im und durch Sport“ sind wir seither in intensivem Kontakt mit den hiesigen Einrichtungen der Stiftung St. Franziskus/Heiligenbronn und der Lebenshilfe Tuttlingen (Wohnheime in Spaichingen) und ermitteln den aktuellen Bedarf an Sportangeboten. Hier stehen gemeinsame Sportkurse und auch Besuche beim Landesturnfest schon fest in der Planung.

 

Wie sieht die weitere Vorgehensweise aus, was sind konkrete nächste Schritte?

Wir sind aktuell mitten im Projekt. Wie bereits erwähnt, bedeutet das, dass sich aus dem Gesamtprojektteam, vier kleinere Teams gebildet haben, die sich den erarbeiteten vier Haupthandlungsfeldern annehmen. Diese Teams treffen sich circa einmal im Monat. Ziel ist, Ende des Jahres konkrete Vorschläge zur Umsetzung, oder bereits eingeleitete Veränderungen dem gesamten Projektteam zu präsentieren.

 

Inwiefern leistete das Workbook euch eine Hilfestellung?

Das Workbook stellt eine große Hilfestellung dar, weil es eine vorstrukturierte Vorgehensweise zur Diskussions- und Themenfindung für die Zukunftsarbeit eines Vereins bietet. Allerdings möchte ich nochmals betonen, dass aus meiner Sicht die Begleitung und Moderation, die Zusammenfassung und Ergebnisdokumentation durch den STB von enormer Bedeutung und Hilfe für uns war und auch weiterhin während der Projektbearbeitung ist.

 

Warum kannst du das Workbook weiterempfehlen?

Das Workbook an sich war für uns überhaupt erst der Anstoß, dass wir uns strukturiert mit der weiteren mittel- und längerfristigen Zukunft unseres Vereins befassen. Anhand des Workbooks wurden wir über verschiedene Thesen auch zum Blick über den Tellerrand hinaus angeregt. Das Workbook und seine Vorgehensweise halte ich für äußerst durchdacht und dient absolut als zielführendes Instrument bei der Zukunftsentwicklung eines Vereins. Wir werden uns weiter Schritt für Schritt entwickeln und unseren TV Spaichingen weiter professionalisieren. Vielleicht können wir selbst zum Benchmark für andere Vereine zu werden.

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