Iris Kümmerle, STB-Vizepräsidentin und Zukunftsexpertin hat bereits mehrere Workshops geleitet.

Workshops im digitalen Zeitalter?!

Ein halbes Jahr nach dem Start der Initiative Sportverein 2030 hat STB-Vizepräsidentin Iris Kümmerle bereits mehrere Workshops in den Turngauen des Schwäbischen Turnerbunds geleitet. Im Interview erklärt die Zukunftsexpertin, warum sich der Besuch eines Zukunftsworkshops auch im digitalen Zeitalter lohnt.

Iris, Du hast bereits mehrere Zukunftsworkshops geleitet. Was war dein erster Eindruck?
Zunächst einmal hat mich das extrem große Interesse unserer Vereine beeindruckt. Alle Workshops waren ausgebucht und die Teilnehmer waren hochkonzentriert und engagiert beim Thema. Das ist nicht immer selbstverständlich. Es zeigt, dass wir mit dem Thema Zukunftsplanung einen "Nerv" getroffen haben.

Welches Feedback hast Du von den Teilnehmern bekommen?
Sehr häufig haben mir die Teilmnehmer gesagt, dass sie das Workbook schon lange auf dem Schreibtisch liegen und auch schon darin geblättert haben. Aber erst durch den Workshop haben sie eine Idee bekommen, wie sie konkret damit arbeiten können. Manchmal braucht es einfach einen zweiten Anstoß, um sich mit Zukunftsthemen auseinanderzusetzen und um die Motivation für den Start eines Zukunftsprojekts zu entfachen. Der Workshop kann so ein Anstoß sein.

Das Workbook "Sportverein 2030" ist ein Leitfaden mit dem Vereine eigenständig arbeiten können. Worum geht es in den Workshops?
Nachdem die Studie „Die Zukunft des Sportvereins 2030“ vorlag, überlegten wir, wie wir dieses theoretische Wissen auch in die Praxis unserer Vereine übersetzen können. Dabei ist das Workbook Sportverein 2030 entstanden. Uns ist es wichtig, hiermit ein Tool bereitzustellen, mit dem Vereine selbstständig und im eigenen Tempo arbeiten können. In den dreistündigen Abendworkshops gehen wir daher das Workbook einmal von vorne bis hinten durch und erläutern die Vorgehensweise anhand ausgewählter Beispiele. So bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Arbeitsmethoden an die Hand, die sie dann im eigenen Verein anwenden können.

Die Inhalte des Workbooks sind sehr umfangreich. Bleibt in den Workshops auch Zeit für Diskussionen?
Der Austausch der Teilnehmer untereinander ist besonders wertvoll und deshalb räumen wir dafür viel Zeit ein. Die Workshops finden dezentral in den Turngauen statt, so dass die Teilnehmer die Gelegenheit haben, mit Vereinen aus der Nachbarschaft ins Gespräch zu kommen. So werden nicht nur wertvolle Erfahrungen weitergegeben, sondern es sind auch schon mehrmals Partnerschaften und Kooperationen entstanden. Ganz konkret haben sich zum Beispiel zwei Stuttgarter Großvereine zu einem gemeinsamen Zukunftsprojekt zusammengetan.

Welchen ganz konkreten Tipp gibst du den Teilnehmern für die Zukunftsplanung mit?
Viele Vereinsvertreter schildern uns das Gefühl, bei den vielen Aufgaben, die im Verein aktuell anstehen, den Überblick zu verlieren. Gerade dann ist es hilfreich, die To-Do-Liste beiseite zu legen und den Blick ganz bewusst auf das große Ganze zu werfen. Die Megatrends sind sehr hilfreiche Wegweiser im turbulenten Vereinsalltag. Mit ihnen zu arbeiten hilft dabei, die Eintagsfliegen von den wirklich zukunftsträchtigen Entwicklungen zu unterscheiden. So fällt auch mal die Entscheidung leichter, welchen Fitnesstrend man ins Vereinsangebot aufgenommen sollte und welchen man getrost vorbeiziehen lassen kann.

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