NTB-Kongress als Wegweiser für Turn- und Sportvereine

„Durch neue Impulse wollen wir die zukünftigen Herausforderungen im Sport gemeinsam angehen“, sagte Heiner Bartling, Präsident des Niedersächsischen Turner-Bundes (NTB) zum Auftakt des NTB-Kongresses im CongressPark Wolfsburg. Ein großes Vorhaben, das angesichts der vielfältigen Workshops, Seminare und Vorträge bei der größten Bildungsveranstaltung im organisierten Sport in Norddeutschland durchaus erreichbar scheint.

Es sind die von Heiner Bartling genannten neuen Impulse, die den Vereinen dabei helfen können,
ihre Angebote zu optimieren. Sie können so trotz demografischen Wandels und trotz der vielen neu auf den Markt strömenden Trendsportarten und Fitness-Studios ihre Mitgliederzahlen erhalten, ja sogar erhöhen. Denn schließlich ist es der Sport, der die Menschen zusammenhält, wie Boris Pistorius, niedersächsischer Minister für Inneres und Sport, in seiner Begrüßung betonte. „Der NTB ist der Verband mit der größten Vielfalt und eine tragende Säule im organisierten Sport Niedersachsens.“

In Wolfsburg konnte dies am ersten März-Wochenende in den zahlreichen Workshops live erlebt werden. Denn hier kamen zum vierten Mal Übungsleiterinnen, Trainer, Sportlehrerinnen, Ärzte und alle anderen sportinteressierten Menschen zusammen, um Erfahrungen und Ideen auszutauschen, sowie
Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen. Und das ist genau der Ansatz, den der NTB verfolgt, um
Turn- und Sportvereinen, dabei zu helfen, sich mit einem verbesserten Angebot, optimierten Sportanlagen und einer guten Mitgliederbetreuung fit für die Zukunft zu machen. So mancher alteingesessene Verein sieht sich mit vollkommen neuen gesellschaftlichen Begebenheiten konfrontiert. Da hilft es, auch einmal zu schauen, welche Wege andere Vereine gehen. „Die Gesellschaft befindet sich in einem radikalen und schnellen Wandel. Diese neuen gesellschaftlichen Anforderungen verändern die Bedürfnisse der Menschen an sportlicher Betätigung. Die Vereine müssen darauf reagieren“, betonte Anja Kirig, Zukunfts- und Trendforscherin des Zukunftsinstituts. Sie verwies
zugleich darauf, dass der Sport entgegen vieler Annahmen in der Gesellschaft immer präsenter
wird. Oft jedoch abseits von Turnhallen und festen Strukturen. Das gehe jedoch oft zu Lasten der Vereine, die erst lernen müssen, sich aus ihren eingefahrenen Strukturen zu lösen. Immer häufiger geht es den Menschen um eine sogenannte „Gesundzufriedenheit“. Sie wollen etwas für sich tun, ohne gleich sportliche Höchstleistungen zu bringen. Diese Veränderungen machen Vereine nicht überflüssig, sondern erfordern lediglich ein Umdenken. Kooperationen mit Unternehmen, mit anderen Sportvereinen oder auch die Gründung neuer Netzwerke können erfolgreiche Wege in die Zukunft
eines Vereins sein.
Seit fast 20 Jahren bietet der NTB-Kongress in den Bewegungsfeldern Gerätturnen und Bewegungskünste Gesundheitssport, Fitness, Rhythmik, Tanz und Vorführungen und Kinderturnen zahlreiche Workshops und Seminare an, um im Sport tätige Menschen mit neuen Ideen und Impulsen für die Vereinsarbeit auszurüsten. Damit liegt er auch im Jahr 2018 voll im Trend. Dies zeigt sich unter anderem an den Anmeldezahlen. Etwa 1.200 Teilnehmer aus ganz Deutschland nutzten wieder einmal die vielfältigen Möglichkeiten, auch einmal über den Tellerrand zu blicken und sich in vermeintlich themenfremden Bereichen weiterzubilden. Besonders spannend daran: der Austausch mit Übungsleitern aus anderen Sportarten sowie die Entwicklung neuer Ideen für die eigene
Arbeit im Verein. Nicht selten gewinnen Übungsleiter und Trainer durch die Teilnahme an ihnen bisher unbekannten Themenfeldern ganz neue Einblicke bzw. Perspektivwechsel und tragen über die reine Fachkenntnis hinaus viel in ihren Verein hinein. Und das ist ganz im Sinne des NTB-Kongresses.
„Bewegungsangebote setzen voraus, die jeweils andere und die eigene Perspektive zu reflektieren. Nur wenn wir individuell auf Menschen eingehen, können wir andere Bildungszugänge anbieten“, betonte Prof. Dr. Dörte Detert in ihrem Vortrag. Schließlich lerne jeder indivuell und vor allem im Sport sehr vielfältig. Diese „anderen“ Bildungszugänge eröffnen oftmals neue, bisher unerkannte Möglichkeiten für einen Verein. Nicht selten erhält ein Verein dadurch eine vollkommen neue Struktur. Dennoch geht es nicht in erster Linie um eine radikale Neuorientierung. Häufig genug reichen kleine
Veränderungen, die dazu führen, dass Bildungseinrichtungen zu Bildungsräumen und Vereine zu kommunalen Bildungspartner werden. „Sowohl der Verband als auch die Vereine brauchen neue Impulse, doch wir müssen ihnen für die Veränderungen Zeit geben“, hob Prof. Dr. Dörte
Detert hervor.

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